Dienstag, 1. Dezember 2015

[Rezension] E.J. und das Drachenmal - Anika Oeschger

E.J. und das Drachenmal
Anika Oeschger
Hardcover mit Schutzumschlag
(auch als ebook erhältlich)
Verlag: Riverfield
Erschienen am: 25.09.2015
304 Seiten
ISBN: 978-3-9524463-2-4
Leseprobe










Die sechzehnjährige Emilia Jane, die von allen E.J. genannt wird, möchte eigentlich nur ein ganz normales Mädchen sein. Sich mit ihren Freundinnen treffen und Spaß haben. Doch als sie sich plötzlich merkwürdig fühlt und ein seltsamer Ausschlag auf ihrer Haut auftaucht, der an Drachenschuppen erinnert, begreift sie, dass sie alles andere als ein normales Mädchen ist - denn sie ist eine Gezeichnete. Zusammen mit ihren Freunden und ihrer Großmutter beginnt für sie ein großes Abenteuer..

Das erste Kapitel begann spannend und hat mir viel Lust gemacht, in diese Geschichte abzutauchen. Denn das wunderschöne Cover und der Titel mit dem Drachenmal konnten mich sowieso sehr ansprechen und da ich alles rund um Drachen interessant finde, war ich sehr gespannt, wie mir diese Geschichte gefallen wird.

Die Grundidee des Buches, dass plötzlich ein geheimnisvolles Mal auf dem Arm eines jungen Mädchens erscheint, finde ich gut. Auch der Schreibstil war für mich in Ordnung. Zwar sehr einfach gehalten, da es sich aber um ein Jugendbuch handelt, dass auch für jüngere Jugendliche geeignet sein soll, fand ich das ebenfalls angemessen.

Allerdings hatte das Buch einige Schwächen, die diese gute Grundidee an sich gestört haben. Dazu gehört für mich die fehlende Tiefe der einzelnen Protagonisten. E-J., der Hauptcharakter, wird zwar etwas mehr vorgestellt und die Geschichte auch aus ihrer Perspektive erzählt, allerdings betrachtet sie viele Dinge sehr oberflächlich und gibt wenige Facetten von sich preis. Das fand ich schade, denn ich mag es gern, die Protagonistin mehr kennen zu lernen, um mich besser in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen zu können. Und das fehlte hier leider. Auch die Nebencharaktere, von denen einige eingeführt wurden, blieben leider alle recht blass und unterschieden sich kaum voneinander. Der Fokus lag bei ihrer Beschreibung meist auf oberflächlichen Dingen wie dem Beschreiben des Aussehens und ich hätte mir insgesamt bei allen Personen mehr Tiefe gewünscht.

Die Story an sich fand ich gut. Es gab mit der Zeit immer mehr Fantasy-Elemente, bei denen sich die Autorin viele kreative Ideen überlegt hat. Auch passierte in regelmäßigen Abständen etwas, sodass eigentlich immer etwas los war. Dennoch zog sich das Buch für mich in die Länge, da E.J. sich für ihre sechzehn Jahre oft sehr kindlich und naiv benimmt. Anstatt sich auf die wichtigen Dinge zu fokussieren ist sie von Oberflächlichkeiten abgelenkt, hat nur Jungs im Kopf und berichtet mehr von Teenager-Problemen als von den Dingen rund um ihr Drachenmal. Dadurch wurde für mich die eigentliche Hauptstory rund um das Mal, die ich ja eigentlich gut fand, von vielen unwichtigen Dingen verdeckt und kam viel zu selten durch - der Fokus lag bei dem Buch insgesamt mehr auf den Teenie-Problemen als auf der Fantasystory. Und das fand ich wirklich schade. Denn hätte man das ganze drum herum weggelassen und wäre mehr auf die Hauptstory eingegangen, hätte das Buch für mich eindeutig viel besser werden können.

Durch diese ständigen Abweichungen von der eigentlichen Hauptstory wurde diese schnell sehr undurchsichtig und an einigen Stellen etwas unlogisch, da wichtige Details zwischen all den Nebensächlichkeiten leider untergingen oder nicht erwähnt wurden und ich so manches nicht ganz nachvollziehen konnte. Und auch E.J.s Naivität und fehlende Tiefe konnten das leider nur noch unterstützen. Daher konnte mich das Buch insgesamt auch leider nicht überzeugen. Aber: Die Autorin Anika Oeschger ist selbst erst siebzehn Jahre alt und sich in einem so jungen Alter schon eine komplette Geschichte auszudenken, finde ich bewundernswert. Daher bin ich sicher, dass wir in Zukunft noch mehr von ihr hören werden .

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