[Rezension] Battle Island - Peter Freund

09 September

Als Lou von Battle Island hört, ist sie zunächst skeptisch. Mehrere Jugendliche sollen allein auf einer Insel an verschiedenen Wettkämpfen teilnehmen und Hinweise sammeln, um einen Schatz zu finden, der eine Million Euro wert ist. Der Wettkampf wird im Fernsehen übertragen und Lou möchte sich eigentlich nicht vor einem Millionenpublikum im Fernsehen zeigen und einem Goldschatz hinterherjagen. Doch als Lous Mutter krank wird und dringend Geld für die lebensrettende OP benötigt, beschließt sie, sich doch zu bewerben und wird prompt als Kandidatin auf die Insel geschickt. Doch schnell wird klar, dass dort nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint ...

Die Grundidee hat mir wahnsinnig gut gefallen und mich daher auch so neugierig auf das Buch gemacht. Ich musste direkt an Isola von Isabel Abedi denken oder an die Serie Lost und war gespannt auf diese Geschichte. Auch Lous Hintergrundgeschichte klingt ziemlich spannend: Schon auf den ersten Seiten erfährt man, dass sie ihren Vater bei einem Bootsunfall verloren hat und sich selbst dafür die Schuld gibt. Nun, da ihre Mutter krank ist, kämpft sie umso mehr, um den Rest ihrer Familie zusammen zu halten. Auch die Erinnerung an den Todestag und die damit verbundene Respekt vor Wasser klang wirklich spannend, denn schließlich steckt Lou während dem Battle Island auf einer Insel fest, die nur von Wasser umgeben ist.

Diese Grundidee und Lous Hintergrundstory hätten für mich ein wahnsinnig gutes Buch werden können, wenn der Autor sich auf diese Elemente konzentriert hätte. Leider kommen aber so viele andere Aspekte hinzu, dass die eigentlichen Punkte vollkommen untergehen und mir von allem zu viel war. Dabei ist das ja genau das, was der Autor eigentlich kritisieren möchte: Dass heutzutage in dem Medien alles immer mehr werden muss, immer größer, immer übertriebener und die Jugendlichen von heute immer noch einen drauf gesetzt bekommen müssen. Aber leider macht er genau das gleiche mit seiner eigenen Geschichte. Denn anstatt den Fokus auf der Grundstory und die Kritik zu legen, hat sich der Autor ein Ereignis nach dem anderen ausgedacht, das hinzukam und leider immer übertriebener und unglaubwürdiger wurde. Dadurch hatte ich beim Lesen das Gefühl, er hätte in seine Trickkiste gegriffen und einfach alles, was man machen kann, in die Geschichte gesteckt. Und letztendlich war das Buch leider nur noch eine große Effekthascherei, bei der alles ausgepackt wurde, was geht, aber nichts wirklich authentisch war.

Der Schreibstil an sich war zwar gut, aber durch die vielen Dinge konnte man sich leider nur wenig mit Lou identifizieren, da sie in den Hintergrund gedrängt wurde und man über ihren Charakter nur wenig erfuhr. Und auch alle anderen Charaktere wirkten nur übertrieben, mit einigen Klischees, aber leider sehr flach. Hinzu kam, dass der Autor oft in den Gesprächen untereinander versucht hat, eine jugendliche Sprache zu verwenden, die für mich ebenfalls zu viel war, da sich die Kandidaten alle paar Zeilen Wörter wie "Pussycat" oder "Feuermuschi" an den Kopf werfen.

Insgesamt war ich leider daher doch eher enttäuscht von Battle Island und es konnte meine Erwartungen nicht erfüllen. Die Idee finde ich nach wie vor wahnsinnig gut und auch die Kritik an den Medien, die dahintersteckt, unterstütze ich total, nur dass der Autor für mich hier leider genau dieselben Mittel zu verwenden versucht, die er eigentlich kritisiert. Dabei kann man doch der Zielgruppe viel mehr zutrauen, denn auch als Jugendlicher in der heutigen muss man nicht mit Effekten überhäuft werden, sondern hat auch Spaß ohne diese ganzen Übertreibungen. Daher bekommt Battle Island leider nur 2 Sterne von mir, denn es konnte mich leider nicht überzeugen..



Battle Island
Peter Freund
Paperback mit Klappenbroschur
(auch als ebook erhältlich)
Verlag: cbj
Erschienen am: 25.07.2016
544 Seiten
ISBN: 978-3-570-15380-2

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9 Kommentare

  1. Huhu Krissy!
    Ich kann nachvollziehen, warum dir das Buch nicht gefallen hat. Ich fand es auch etwas arg aufgebauscht, vor allem, dass von jedem Charakter Hintergrundgeschichten eingebaut wurden, die eigentlich keine richtige Bedeutung mehr hatten. Und diese stäändigen Schimpfwörter hingen mir auch zum Hals raus. Trotzdem fand ich es mal eine originelle Art eine solche Geschichte umzusetzen, in der der Fokus nicht auf das Spiel an sich gelegt wird. Aber besser umsetzen hätte man es definitiv können und gerade Lous Geschichte mit ihrem Vater wurde wirklich sehr untergraben.
    Liebe Grüße,
    Diana

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    1. Huhu Diana, stimmt, umgesetzt war es mal etwas anderes. Ich mochte auch die Idee, in welcher Reihernfolge erzählt wurde, also dass man schon anfangs gleich auf der Insel war und dann später immer awechselns von vorher und von auf der Insel gelesen hat. Aber alles andere war mir einfach zu viel, dass das auch für mich mit untergegangen ist. Trotzdem eine schöne Idee :)
      Liebe Grüße an dich ♥

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  2. Hallo Krissy,

    also, jetzt werde ich noch einmal überdenken, ob ich das Buch wirklich lesen muss. XD Das hört sich doch sehr überstrapaziert und aufgebauscht an. Glaube nicht, dass es mir dann gefallen wird.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Huhu Nicole,
      natürlich will ich dich nicht davon abhalten, das Buch zu lesen, vielleicht gefällt es dir ja viel besser als mir. Aber ich persönlich muss sagen, dass es enfach nicht meins war, weil es für mich genau wie du sagst überstrapaziert und aufgebauscht war - leider! Falls du es doch noch lesen wirst, sag mir gerne mal, ob es dich mehr überzeugen konnte :)
      Liebste Grüße ♥

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    2. Heyy Nicole,
      Geht mir jetzt ähnlich :)
      LG

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  3. Ich finde es interessant, hierzu auch eine so kritische Meinung zu hören. Nach dem was ich bisher mitbekommen habe, wurde das Buch positiv bewertet. Aber mir gefällt es, wenn Rezensionen ehrlich sind.
    Liebe Grüße, Anna

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    1. Huhu Anna, vielen Dank :) Mir ist es auch sehr wichtig, immer ehrlich zu sein. Ich habe das Buch zwar als Rezensionsexemplar erhalten und mich auch sehr darüber gefreut, aber ich fände es nicht in Ordnung, wenn ich es deswegen richtig gut bewerten sollte, obwohl es das für mich nicht war. Das fände ich sowohl dem Verlag, als auch den Lesern und dem Autor gegenüber weder fair noch richtig, deswegen bin ich da immer ganz ehrlich :) Außerdem soll eine schlechtere Rezension ja auch niemanden angreifen, sondern ich versuche ja zu erklären, was genau mir nicht gefallen hat - und vielleicht hilft dem Autor das ja weiter, sein nächstes Buch noch besser zu machen :)
      Liebe Grüße an dich♥

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  4. Endlich habe ich noch jemanden gefunden, der das Buch nicht gut fand! Ich habe ja schon fast an meinem Geschmack gezweifelt...

    Liebe Grüße,
    Svenja

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    1. Huhu Svenja, das stimmt, ich habe auch sehr viele positive Stimmen dazu gelesen, aber so leid es mir tut, mir hat es leider auch pberhaupt nicht gefallen ;/ Liebste Grüße an dich ♥

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